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Stillstand bedeutet Rückschritt

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Über unerwünschte Perfektion, Selbstzufriedenheit und wie man sein eintöniges Leben wiederbelebt

Seit März 2020 hat sich in unser aller Leben einiges verändert. Corona hat uns über diesen langen Zeitraum hinweg vieles Alte genommen und auch viel Neues vereitelt.

Eine nicht unbedeutende Anzahl an Menschen hat ihre Arbeit verloren, wurde krank, musste sämtliche soziale Kontakte einschränken und wurde schlicht ihres eintönigen Lebens müde. Ständig hörte man, dass man die Mitmenschen schützen muss und gegenseitige Rücksichtnahme sei nun das Gebot der Stunde. Solch ein Verhalten ist in jeder (Krisen-)Situation wichtig, aber haben wir auch Rücksicht auf die eigenen Befindlichkeiten genommen?

In jedem Lebensbereich wird ein gewisses Niveau vorgegeben, das es zu erfüllen gilt.
Irrelevant, ob es überhaupt Spaß macht oder nicht.

Schulnoten müssen nicht nur gut genug sein, um auf eine weiterführende, höhere Schule gehen zu können, sondern darüber hinaus auch noch an einer renommierten Universität studieren zu dürfen. Dort entscheidet man sich für eine Studienrichtung, die später berufliches Ansehen garantiert. Vielleicht Rechtswissenschaften oder Medizin? Auf jeden Fall sollte man das Studium im Eiltempo absolvieren und sich nur ja nicht zu viel Zeit nehmen, denn wer schneller seinen Abschluss hat, ist offensichtlich besser als all die anderen.

Nach dem Summa-cum-laude-Studium gilt es, einen perfekten, hoch dotierten Job zu finden und möglichst schnell die Karriereleiter zu erklimmen, denn bald darauf muss man ja eine perfekte Familie gründen. Und nicht vergessen: Neben dem ganzen Stress muss man auch noch perfekt aussehen.

Es wird verlangt, dass wir in jedem Bereich perfekt sind.

Wer hat nun aber darüber zu entscheiden, was für jeden individuell Perfektion bedeutet?

Niemals kann etwas von Fremden Vorgegebenes genau das sein, was man selbst will!

  • Warum studieren, wenn man eben nicht gerne den ganzen Tag vor dicken Kodizes sitzen, sondern lieber draußen schuften möchte? Dort sieht man nicht nur auf Papier, sondern auch in natura, was man geleistet und erschaffen hat.
  • Warum ein ausgeprägtes Fitnessritual einhalten, wenn man eher musisch interessiert ist?
  • Warum Kinder bekommen, wenn man ganz einfach keine Nachkommen zeugen möchte?

Perfektion ist, mit seinem eigenen Leben zufrieden sein zu können.

Ist man nicht zufrieden mit diesem Leben, dann kann man es – zumindest bis zu einem gewissen Grad – auch ändern.

Probieren Sie neue Wege aus, schrecken Sie nicht davor zurück!

Es gilt, Interessen zu finden und diese zu entwickeln, aufzubauen, auszubauen, auszuführen.

  • Ein Bücherwurm sollte lesen.
  • Ein Wort-Jongleur sollte schreiben.
  • Ein selbstloser Mensch sollte sich sozial engagieren.
  • Eine Sportskanone sollte Sport machen und vielleicht neue Sportarten finden.
  • Wer sich messen möchte, sollte an Wettbewerben teilnehmen, sich aber nicht von Ergebnissen entmutigen lassen.

Manchmal ein klein wenig egoistisch zu sein, schadet nicht. Es geht darum, auch auf sich selbst zu achten, selbst zufrieden zu sein.

„Kann nicht“ gibt es nicht!

  • Ein Mann kann nicht kochen?
  • Basteln ist nur etwas für Kinder?
  • Richtig gut backen und nähen können nur Großmütter?
  • Ausdauersportler müssen schlank sein?
  • Frauen und Technik passen nicht zusammen?

Antiquierte Ansichten und Vorurteile müssen über den Haufen geworfen und gestürzt werden: Ausprobieren, auch mal auf die Nase fallen, wieder aufstehen, weiter versuchen. So lange man will, so viel man will.

Was hindert daran, noch einmal von vorne anzufangen?

Es gibt Klubs, Abendkurse, Veranstaltungen. Jede/r kann das finden, wonach er/sie sucht oder was man schon immer einmal versuchen wollte.

Sicherheit ist wichtig, aber immer nur auf der Stelle stehen zu bleiben – das ist nicht nur Stillstand, das ist Rückschritt!

Das Gehirn will gefordert werden, man selbst will gefordert werden, sonst bauen wir ab und stehen still.

Wenn man nicht das tut, wofür man brennt, dann brennt man irgendwann einfach aus.

Verfasst von E. Grosser (2022) – creativomedia GmbH

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