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Geschichtsverein: Neues Bulletin erschienen – die toskanischen Habsburger, Radfahren in Kärnten

Ab sofort um zehn Euro im Buchhandel oder über die Vereinshomepage. Beiträge über die toskanischen Habsburger oder die Geschichte des Radfahrens in Kärnten.

Das neue Bulletin des Geschichtsvereines für Kärnten ist da. Es beinhaltet wieder interessante Beiträge sowie Informationen zu Reisen, Kulturspaziergängen oder Buchpräsentationen. Erhältlich ist es um zehn Euro im Buchhandel oder über die Vereinshomepage. Für Mitglieder des Geschichtsvereines geht es heuer unter anderem auf Exkursion ins steirische Judenburg und nach Lienz oder auf Reise in den italienischen Veneto und ins Salzkammergut. Dazu passend erzählt Markus Habsburg-Lothringen im Bulletin über das Leben in der berühmten Kaiservilla in Bad Ischl. „Mit dem Bulletin wollen wir alle Geschichtsinteressierten ansprechen. Die Beiträge sind daher bewusst populärwissenschaftlich verfasst“, erklärt das Redaktionsteam Heidi Rogy und Peter Wiesflecker.

Wiesflecker wirft in seinem Beitrag einen Blick auf den toskanischen Zweig des Hauses Habsburg. Dieser hatte bis zur Vereinigung Italiens im Großherzogtum Toskana geherrscht. Der Zweig war besonders kinderreich. Beim Tod Kaiser Franz Josephs zählte er knapp drei Dutzend Erzherzoginnen und Erzherzöge. Spannend ist die Geschichte von Erzherzog Johann Salvator, der 1889 auf eigenen Wunsch aus dem Kaiserhaus austrat. Fortan nannte er sich „Johann Orth“ nach seinem Schloss Orth im Salzkammergut. Johann war Kapitän eines eigenen Schiffes. Auf diesem verließ er 1890 Europa gemeinsam mit seiner Geliebten, der Balletteuse Milli Stubel. Das Schiff verschwand, Orth und seine Mannschaft galten als verschollen. „Bis in unsere Tage halten sich aber Gerüchte, der ehemalige Erzherzog habe sein Verschwinden inszeniert“, so Wiesflecker. Der toskanische Habsburger-Zweig hat aber auch direkte Verbindungen nach Kärnten. Der 1908 geborene Heinrich Habsburg-Lothringen studierte Forstwirtschaft an der Hochschule für Bodenkultur. Dabei lernte er Helvig Schütte kennen, die damals als erste Frau dieses Fach absolvierte. Ihre Familie hatte Mitte des 19. Jahrhunderts einen ausgedehnten Forstbesitz im Lavanttal erworben. Heinrich trat nach der Heirat in das „Forstgut Schütte“ ein. Dieses führte später Heinrichs jüngerer Sohn Christoph Habsburg-Lothringen und heute dessen Sohn Dominik Habsburg-Lothringen.

Die Gailtaler Historikerin Heidi Rogy erzählt in ihrem Beitrag Spannendes und teils Skurriles aus der Geschichte des Radfahrens. So war dieses Hobby anfangs noch recht kostspielig und vor allem auf einem Hochrad nicht ganz ungefährlich. Trotzdem wurde schon 1882 eine „Bicyclefahrt“ von Wien nach Klagenfurt durchgeführt. 1888 radelte gar ein „Bicycle-Instruktor“ aus Linz über den zugefrorenen Wörthersee. Besonders kurios: In den 1880er Jahren bestand in Villach sogar ein Radfahrverbot, später durfte man immerhin mit Fahrbewilligung und Nummerntafel durch die Draustadt radeln. Um 1900, als das Fahrrad längst nicht mehr reines Freizeitgerät war, wurde laut Rogy sogar über eine Radfahrsteuer nachgedacht. Früh wurde in Kärnten aber auch das Potential des Radtourismus erkannt. Radelnd urlaubten bei uns unter anderem Bankier Albert Baron Rothschild und Schriftsteller Arthur Schnitzler. Die 1890er-Jahre waren in Kärnten die große Zeit der Gründung von Radfahrvereinen. Die Historikerin beschreibt, wie die Mitglieder beim Saalfahren in Hotels an ihrer Fahrtechnik feilten. War das Radfahren anfänglich noch ein Männersport, wurden ab den 1890ern auch immer mehr Frauen von der allgemeinen Radfahreuphorie erfasst. Diese hatten zuerst noch mit Vorurteilen zu kämpfen, vor allem was ihre Radkleidung betraf. 1898 schrieb jedoch eine heimische Zeitung, dass die neue Radfahrmode der Frauen rasch zu einem vertrauten Anblick wurde.

Informationen und Bestellungen: https://geschichtsverein.ktn.gv.at/

Beitrag von
Geschichtsverein für Kärnten
https://geschichtsverein.ktn.gv.at/

© Geschichtsverein für Kärnten
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Redaktion: Markus Böhm, Pressereferent und Mitglied im Beirat des Geschichtsvereines

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